Mein Augenblick

zu J. Brahms: Intermezzo Nr. 2, op.118

Öl auf Holz und Karton

70 x 100 cm

 

MEIN AUGENBLICK

 

Es ist mein Tag, mein allererster Morgen,

der mich aus grauenvollen Träumen weckt.

Wie lange lag er schon in mir verborgen,

im Zwielicht, zwischen Sein und Schein versteckt.

 

Er blinzelte in meine Kinderwelt

und wies mir meinen Zauberweg zur Kunst.

Ich malte ihn als kleiner Märchenheld

in meinem Schloss aus Sternenstaub und Dunst.

 

Doch jener Held verlor sich früh im Schatten

der nebelgrauen Lebenswirklichkeit,

zurückgedrängt von einem nimmersatten

Phantom der Trauer und Vergänglichkeit.

 

Seit damals folgt er jenem Silberstreif,

der seine ersten Pfade überstrahlte.

Heut Morgen aber ist er endlich reif

für all den Zauber, den er damals malte.

 

© Marc Andeya-Trefny